Boston steigt aus

Olympia

Diese Meldung ging gestern durch die Nachrichten und ist für NOlympia-Aktivisten sicher nicht mehr neu. Wir wollen aber mal einen genaueren Blick auf die Begründung für den Ausstieg werfen:

Die Tagesschau meldet in ihrer auf den 27.7.15, 22:10h datierten Nachricht:

„Er könne sich nur für etwas einsetzen, wenn das die Steuerzahler nicht teuer zu stehen komme, hatte Bostons Bürgermeister Marty Walsh gesagt. Allerdings wollte das Olympische Komitee der USA (USOC) wohl genau das – einen Vertrag mit der Stadt Boston nachdem mögliche Mehrkosten für die Austragung mit Steuergeldern beglichen werden. …“

Gestern Abend las sich das noch anders. Da war von einer Garantieerklärung die Rede, die das IOC verlange. Die Recherche ergab, dass die Nachricht wohl heute morgen geändert worden sein muss.

Bei anderen Medien, wie z.B. der Hamburger Morgenpost klingt die Meldung so:

Zuvor hatte Bostons Bürgermeister Martin Walsh auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz bereits angekündigt, er werde eine geforderte Garantieerklärung zur Übernahme der Kosten nicht unterschreiben und damit das Ende der Bewerbung eingeleitet.

„Wenn diese Unterschrift am heutigen Tag gefordert wird, um weiterzumachen, dann wird Boston die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele nicht weiterverfolgen“, sagte Walsh: „Ich werde nichts unterschreiben, wodurch das Geld der Steuerzahler für die Kosten der Olympischen Spiele benutzt werden kann.“

Wer also verlangt eine solche Garantieerklärung? Ist das eine speziell amerikanische Angelegenheit oder betrifft das auch Hamburg?

Ein Blick auf die Seiten des DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) bringt zutage:

„Bis spätestens 8. Januar 2016 müssen Bewerbungsunterlagen und eine Finanz-Garantieerklärung beim IOC eingereicht werden. Endgültige Voraussetzung für eine deutsche Bewerbung ist aber ein positives Bürgervotum in der Kandidatenstadt.“

Es gibt also tatsächlich die Vorgabe des IOC, dass eine Finanz-Garantieerklärung abgegeben werden muss! Da wüsste der geneigte Beobachter doch gerne, was genau es damit auf sich hat und ob das in den deutschen Medien womöglich verschleiert wird, um ja kein Salz in die Bewerbungssuppe zu streuen…